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Europas Fischereipolitik und Spaniens Fischer
In den 60er Jahren brachten spanische Fischer noch bis zu 80.000 Tonnen Sardellen pro Jahr an Land. Jetzt sind es noch 160 Tonnen. Deshalb hat die EU-Kommission im Juni 2005 angeordnet, die Anchovis-Fischerei vorerst einzustellen. Die Fischer sehen ihre Lebensgrundlage gefährdet. Trotzdem haben sie Verständnis für die Entscheidung aus Brüssel. Denn das Problem der Überfischung ist lange bekannt.
Als Spanien 1986 der Europäischen Union beitrat, wusste man, dass das Land die größte Fischerei-Flotte Europas in die Gemeinschaft mitbringen würde. Trotzdem wurden in Brüssel Fangquoten beschlossen, um die Meere vor Überfischung zu retten.
Seit Anfang 2005 subventioniert die EU die Überführung von Fischerbooten in asiatische Tsunami-Gebiete, um die europäische Fangflotte zu reduzieren. Spanische Fischer aber protestieren dagegen, dass Brüssel die hoch technisierten Fangflotten bevorzugt, während gleichzeitig traditionelle handwerkliche Strukturen zerstört werden. "Das Meer ist alles für uns", sagen sie, "das Gute und das Böse, unser ganzes Leben. Beamte, ob in Madrid oder in Brüssel, können das nicht verstehen. Sie sehen nur Zahlen."
Der Film zeigt am Beispiel Spaniens, wie Brüsseler Entscheidungen bei betroffenen Bürgern Europas ankommen, wie und aus welchen Gründen sie entstehen, warum sie vielleicht dennoch sinnvoll sind und warum sie der europäischen Öffentlichkeit nicht besser vermittelt werden.
Film von Richard Klug
Erstausstrahlung: 14.06.2006/ SWR
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/rbbummitternacht/archiv/rbb_um_mitternacht42/weniger_ist_meer.html